was macht den kleks/die badewanne/das plattgewalzte schwein/… zum kunstwerk?

oder: warum finde ich sexistenspäßchen nicht spaßig?

neue frage, neue lektüre; zum zwecke der annäherung an die antwort. beginnend mit:

… die Inkorporation der künstlerischen Absicht ...

empfehle ich hiermit.

Dass Kommunisten „Shows der Doofheit und nationalistisch verseuchtes Geträller“ als Verhöhnung jedes Unterhaltungsbedürfnisses empfinden, mag ja durchaus nachvollziehbar sein. Es beweist zumindest, dass das Vergnügen und das Unterhaltungsbedürfnis keine unschuldigen neutralen Kategorien sind, sondern den Kriterien des Zielpublikums folgen. Kommunisten gehören dazu jedenfalls nicht und deshalb braucht es sie auch nicht zu wundern, wenn ihnen manches vergällt wird. An den Einschaltquoten lässt sich jedoch jeden Tag ablesen, dass diese Shows den Massengeschmack sehr wohl treffen. Andernfalls werden sie ruck zuck abgesetzt. Das Unterhaltungsbedürfnis wird also keinesfalls verhöhnt, sondern im Gegenteil prompt bedient und mit immer neuen Showkonzepten dem Zeitgeist angepasst. Wenn man sich von solchen Shows trotzdem eher veräppelt vorkommt, bleibt einem nichts anderes übrig als das Vergnügen und das Unterhaltungsbedürfnis inhaltlich zu kritisieren und ich meine nicht die elitäre Geringschätzung des sogenannten primitiven Massengeschmacks. Man sollte einfach mal beurteilen, woran ein Bürger Gefallen finden muss, um sich durch das Dargebotene unterhalten zu lassen. Das Vergnügen jedoch idealistisch gegen alle hochzuhalten, die es vermeintlich korrumpieren, kratzt nicht mal an der Oberfläche des beanstandeten Kunstbetriebs.

zum stand linker kritik

ps

politmusik am attersee

ich kenne das gelände und spreche hiermit eine empfehlung aus: knappe 5 minuten fußweg entfernt ist ein öffentlicher seezugang und ordentlicher badeplatz (btw: einer der spö, die den mit der öffentlichkeit teilt; am attersee ist sonst fast alles privat und es gibt nur wenige stellen, wo man als normalo zum see und damit badespaß kommt!).

also: festival des politischen liedes

Demokratie

Es saß mit breitem Hinterteil
Der Dicke auf dem Dünnen
Und sprach zu ihm: Jetzt können wir
Demokratisch zu reden beginnen.
Du weißt, ich hasse die Despotie
So, wie die Aufruhrgewalten:
Es möge jeder seinen Platz
An der Sonne in Frieden erhalten.
Drum bin ich dagegen, daß wir uns entzwei‘n,
ich hasse Kanonen und Lunten.
Wir wollen gut pazifistisch sein,
Ich oben und Du unten!
Im Jenseits tauschen wir dann den Platz,
Dort will ich Dich gerne tragen -
So sind die Lasten gleich verteilt,
Du kannst Dich nicht beklagen.
Einstweilen jedoch ist der status quo
Die wichtigste Ordnungsstütze:
Drum bleib‘ ich mit meinem Prachtpopo
Auf angestammtem Sitze.

Franz Carl Weiskopf: Demokratie

Peter Decker: Thesen zu den Charaktermasken des Kapitals …

Peter Decker: Thesen zu den Charaktermasken des Kapitals, den sozialen Klassen – und was für antikapitalistische Politik daraus folgt.

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