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duden

es gibt leute, die wissen nicht, was rezeption heißt. man könnte ihnen raten, die buchstabenkombination r-e-z-e-p-t-i-o-n nur lange genug anzuschauen, dann würde sich der inhalt schon erschließen. man könnte ihnen aber auch raten, zum duden zu greifen und nachzuschlagen. der duden liefert via onlinesuche 16 einträge, manche direkt zu „rezeption“, , manche zu daraus abgeleiteten worten (z.B. „rezeptionist“). nicht einfach für denjenigen, der auf der suche ist: meint rezeption jetzt den empfang im hotel oder „1. Auf-, Übernahme fremden Gedanken-, Kulturguts; 2. verstehende Aufnahme eines Kunstwerks, Textes …“? das erschließt sich nur durch den kontext — in der regel wiederum wörter. und wenn man die auch nicht kennt, muss man noch viel mehr nachschlagen. so wie man auch weiterschlagen muss, wenn man wörter nicht kennt, mit denen der duden ein wort erklärt.

jetzt könnte man sagen: super, dass es den duden gibt, der den objektiven inhalt von wörtern festhält. nur: der duden hält überhaupt keine „objektiven“ inhalte fest. das merkt man spätestens dann, wenn die redaktion ein „veraltet“ wohin setzt, erklärungen ändert oder neue buchstabenkombinationen aufnimmt. soll heißen: aufgabe der duden-redaktion ist es, kontinuierlich einzufangen, welche inhalte einer buchstabenkombination gerade mehrheitlich zugewiesen werden. die aufgabe der duden-redaktion ist es also nicht, buchstabenkombinationen stunden- und jahrelang anzuschauen, auf dass sie ihren „objektiven“ inhalt preisgeben; den gibt es nämlich nicht. sonst wäre ja auch sowas wie ein duden überflüssig. den duden gibt es, weil es den „objektiven“ inhalt so gar nicht gibt. duden-leute beschäftigen sich nicht mit angeblich objektiven inhalten, sondern damit, wie sich menschen zu einer buchstabenkombi verhalten.
weil der duden den schwerpunkt auf aktuell durchgesetzte zuweisungen setzt, ist er ein bisschen langsam beim einfangen: daher dauerte es ein paar jahre, bis zB simsen aufgenommen wurde. andere nachschlagwerke sind schneller, denn sie setzten auf die direkte mitwirkung der wortbenutzerInnen. beispiel: das urban dictionary.

bück dich hoch, die zweite

„Diese Äußerung kann nur so verstanden werden, dass Sie die von Deichkind besungenen mit den bei uns herrschenden Arbeitsbedingungen gleichsetzen“ … „Dadurch, dass Sie unsere Arbeitsbedingungen mit den von Deichkind besungenen vergleichen, werfen Sie uns menschenverachtende Arbeitsbedingungen vor, bei denen die Mitarbeiter aus reiner Profitgier unter Gefährdung der Gesundheit ausgebeutet werden“.

bück dich hoch, die erste: „das ist alles ein großes missverständnis und der song stinkaffirmativ, herr arbeitgeber!“