Archiv für August 2012

klassismus

klassismus: das ist u.a., wennst denkst, dass es in dieser gesellschaft einen unüberbrückbaren klassengegensatz gibt. aber keine angst, armer klassistischer marxistischer tropf, es gibt abhilfe:

- Schließe und pflege klassenübergreifende (kategorienübergreifende) Freund_innenschaften

habe die freundschaftsanfrage an den arbeitgeberpräsident schon abgeschickt, aber er ist wohl derzeit mit rationalisierung und lohnkürzung zu beschäftigt. hoffe aber noch auf eine bestätigung, schließlich will ich mein klassenvorurteil ablegen.

- Beführworte/Unterstütze das Besetzen von Führungspositionen mit Leuten aus der Armuts- / Arbeiter_innenklasse

weil hartz-iv, von nem richtigen arbeiterschröder durchgeherrscht, gleich ganz was anderes ist! weil so ne rationalisierung, von ner arbeiterederer durchgezogen zum zwecke der profitmaximierung, gleich ganz anders ankommt.

- Nimm wahr wen Du warum – und wie – beurteilst. Nimm wahr, welche Urteile Du über Dich selbst befürchtest

das urteil der fratzen des kapitals über mich bzgl. meiner (un-)tauglichkeit für ihre zwecke (aus geld mehr geld zu machen)? uuups, hoffentlich hat das der arbeitgeberpräsi nicht gelesen, sonst wird nie was aus unsrer freundschaft!

- Überlege welche Kleidung Du trägst und warum

billige kleidung. weil kein geld. weil ich als lohnarbeiterin in den rechnungen des kapitals nur als zu minimierender kostenpunkt auftauche und daher arm bin. weil es (wie überall sonst auch) in der kleiderbranche nicht um bedürfnisbefriedigung geht, sondern um geldvermehrung, ich also nur an fetzen rankomm, wenn ich geld rüberschieben kann. was mir aus genanntem grund eher schwer fällt.
-- schon wieder ein klassistischer ausfall! ich muss mehr reflektieren, sonst wird das nie was.

- Gehe zu Aktivitäten und Veranstaltungen, die außerhalb Deiner „gewohnten/bequemen“ Bereiche liegen

danke für den tipp. die salzburger festspiele wären knorke. aber, richtig geraten: hast mal geld?

- Unterstütze Boykotte und Streiks

streiks sind aber überhaupt nicht klassenübergreifend und kategorien auflösend! da mach ich doch ne gegnerschaft zum arbeitgeberpräsi auf! das tut unserer zukünftigen freundschaft sicher nicht gut! oder?

- Ermutige jüngere Menschen außerhalb ihrer Klassenschranken zu träumen/denken

„ich träume: vom tellerwäscher zum millionär!“ -- einwand: seit erfindung des geschirrspülers ist diese tolle chance in der regel versperrt1, einerseits. andrerseits: man muss nur billiger sein als der geschirrspüler, dann klappt’s vielleicht doch!

hier ist schluss, weil irgendwann gefriert einer angesichts der neuesten „linken innovation“ das lächeln.
hier ernsthaftes: die klassen I, die klassen II
ein interview zum empfehlenswerten buch „das proletariat“:

  1. http://www.gegenstandpunkt.com/msz/html/84/84_11/usa4.htm [zurück]