Herr Keiner

Herr K. lebt, als Herr Keiner. Interessierte, die die ausgezeichneten Geschichten in Buchform genießen möchten, wenden sich ab 23. Mai bitte an den Buchhandel. Kostproben gibts hier.

Ein Häppchen sei auch hier gereicht (hier findet sich ein weiteres):

Herr Keiner und die Umwelt
Darauf angesprochen, wie er es denn mit der Verantwortung für die Umwelt halte, stellte Herr K. eine Gegenfrage: „Sind Sie für die Veränderung der herrschenden Eigentumsverhältnisse?“ Der so Angesprochene verstand die Frage nicht und wollte wissen, was denn das eine mit dem anderen zu tun habe. Herr K. antwor­tete: „Sehr viel, denn ich kann nichts für die Umwelt tun, weil mir, wohin ich auch schaue, von meiner Umwelt nichts gehört.

Überall sehe ich Schilder, auf denen steht, dass hier ein Privat­besitz beginnt, also meine Befugnisse enden. Wenn von diesen verschiedenartigen Besitzungen eine Gefährdung der natürlichen Lebensgrundlagen ausgeht, dann liegt dies in der Verantwortung des großen Eigentums und der staatlichen Gesetze, die dessen Gebrauch regeln.

Soll ich etwa ideell Verantwortung übernehmen, eine Verant­wortung, die ich reell gar nicht ausüben kann?“, fragte Herr K.

Der Fragesteller, der nicht locker ließ, sagte: „Aber Herr K., tragen Sie als Verbraucher nicht Mitverantwortung für die Schäden, die bei der Produktion der Waren entstehen, welche sie kaufen?“

„Nein“, antwortete Herr K. „Ich habe einmal versucht, als Ver­braucher Verantwortung zu tragen und bei der großen Firma Y angerufen und gesagt, dass ich das nicht in Auftrag gegeben habe, dass sie ihren Nahrungsmitteln Giftstoffe beimischen. Aber die Zuständigen der Firma haben mich aus der Verantwortung ent­lassen und mir bedeutet, dass das ganz allein ihre Entscheidung sei.

Sie sehen also“, sagte Herr K., wieder zu dem Fragesteller im Publikum gewandt, „ich habe gar nicht die Macht, Verantwortung für die Umwelt zu tragen“.


7 Antworten auf „Herr Keiner“


  1. 1 Rorschach 22. Mai 2012 um 15:08 Uhr

    Schlimmster Versuch „Argumente unter die Leute zu bringen“ seit diesen beschissenen youtube-Videos.

  2. 2 Videostar 22. Mai 2012 um 16:21 Uhr

    Seit welchen „beschissenen youtube-Videos“?

  3. 3 Shen Te 22. Mai 2012 um 19:10 Uhr

    Rorschach, hast du auch was zu den Geschichten selbst zu sagen oder willst du nur deine Missbilligung kundtun? Was sind denn „Argumente“? Teilst du das Gesagte? Und was für Youtube-Videos eigentlich?

  4. 4 stankovic 24. Mai 2012 um 20:52 Uhr
  5. 5 Mark Sist 14. Juni 2012 um 13:08 Uhr

    seit wann geht es dem gs um die form?
    diese ist doch vollkommen zu recht ein blödes argument gegen inhalte! warum nicht also einfach auch mal andere wege beschreiten? wenn sie fehllaufen, kann man sie immernoch lassen!

  6. 6 stankovic 14. Juni 2012 um 22:28 Uhr

    Ach, der GegenStandpunkt hat das verbrochen? Haben Decker, Fertl & Co das Büchlein in Auftrag gegeben, um mal anderes auszuprobieren, etwa die 12-Jährigen oder andere schlichte Gemüter, derer es unter Linken viele gibt, anzusprechen? Wenn man sich die Logik des Verfassungsschutzes erst einmal zu eigen gemacht hat, dann ganz bestimmt!

  7. 7 Mark Sist 15. Juni 2012 um 19:00 Uhr

    wie ich es überblicke, ist das nicht aus dem Hause GegenStandpunkt, aber Rorschach stellt es doch mit einer dem GegenStandpunkt nahe-stehenden Agitationsform in eine Reihe.

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