call

es gibt bereits kritik, es wird noch viel mehr kritik geben, aber vllt schaut ja was lesenswertes dabei raus und am ende lernt man noch was. tada:

Call for Papers:
„Rethinking personalisierte Kapitalismuskritik“

Wir geben es zu: In diesem Aufruf schwingt ein wenig Ironie und eine Prise Provokation mit. Denn oftmals wird Kritik an den Verhältnissen, die konkrete Personen und ihr Tun einschließt, mit allerlei abwertenden Bemerkungen bedacht. Von verkürzter Kapitalismuskritik ist dann die Rede, von Unwilligkeit oder gar Unfähigkeit, strukturelle und objektive Bedingungen zu erkennen, die allen – auch und gerade den Herrschenden – ihr Handeln aufzwingen würden. Wir halten dagegen: Zweifellos stehen auch die herrschenden Klassen unter Bedingungen, die sie nicht geschaffen haben, sondern als gesellschaftlich geltend vorfinden. Doch das ist nur die eine Hälfte der Geschichte. Denn es gibt sie tatsächlich, die Kalküle und Entscheidungen, die Strategien und Maßnahmen der Staatsführungen, der KapitalbesitzerInnen, der kleineren und größeren Apparate und Institutionen. Niemand hängt wie eine Marionette an den Fäden objektiver Gesetze und geltender Institutionen, die Herrschenden so wenig wie die Beherrschten.

Angesichts der massiven Aktivitäten der herrschenden Klassen in allen Bereichen des sozialen Lebens – der Bogen reicht von militärischen Interventionen, finanztechnischen Maßnahmen und Neustrukturierungen des Ausbildungssektors bis hin zu ideologischen, gesetzlichen und sozialtechnischen Maßnahmen zur Verschlechterung der Lebenslagen der Menschen – ist es methodisch und analytisch dringend erforderlich, ihre Kalküle als das zu erkennen, was sie sind: bewusste Interventionen, um Klassenherrschaft zu festigen und Widerstand zu zerstreuen. Soziale Herrschaft ist ohne soziale TrägerInnen undenkbar. Die Krise geschieht nicht einfach, sie wird gemacht und genutzt. Wer gegenwärtig nur ein automatisches Subjekt Kapital am Werk sieht – ein Subjekt ohne Willen und Bewusstsein –, dem möchten wir eine Verszeile aus einem Bob Dylan Lied entgegenhalten: „And something is happening here, but you don’t know what it is, do you, Mister Jones?“ Eine emanzipatorische Perspektive kann nicht umhin, sich darüber zu verständigen, was denn tatsächlich gegenwärtig geschieht. Die Einbeziehung der Analyse der tatsächlichen realen personellen Herrschaft ist dafür unumgänglich. Wir würden uns daher auch über Beiträge freuen, die versuchen, Kapitalismuskritik mit persönlichen Erfahrungen bei der Arbeit, beim AMS, an der Universität, in Krankenhäusern oder bei Behörden zu verbinden. In diesem Sinne hoffen wir auf eure Beiträge bis zum 30. April 2012, Texte bis zu 40.000 Zeichen an redaktion@grundrisse.net sind willkommen.

Kleiner Leitfaden für die Abfassung von Manuskripten für die „grundrisse“
Wir freuen uns immer über angebotene Manuskripte! Wir ersuchen euch jedoch folgende einfache Formatierungsregeln zu beachten:
1. Grundsätzlich gilt: So wenig Formatierungen wie möglich! Also keine automatischen Nummerierungen, keine Einrückungen, keine definierten unterschiedlichen Zeilenabstände, keine festen Binde- und Trennungsstriche, keine Textkästen, keine Wortabteilungen, keine definierten Seitenumbrüche usw.
2. Einzeilig und Flattersatz. Absätze sind bitte mit Leerzeilen zu trennen. Das gilt auch für Fußnoten. Bilder und Graphiken sind in beliebigen Formaten extra beizufügen.
3. Texte bitte im word-doc Format senden. Keine PDFs, keine Appleformate, kein rtf.

http://grundrisse.net/

leute, schreibt denen was vernünftiges!


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