Archiv für April 2011

determinator!

Im Anfang war der Staat, und das Wort war beim Staat, und der Staat war das Wort. Dasselbe war im Anfang beim Staat. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht begriffen. Es ward eine Wissenschaft vom Staate gesandt, die hieß Geschichtswissenschaft.

flux

die neue attwenger ist da.

elend

es ist wieder so weit: ich freue mich auf die wochenenden1. ja, job lautet das stichwort. beziehungsweise: neue nebenjobs neben dem nebenjob. ich gehöre nicht zu jenen, die in den fragwürdigen „genuß“ eines vollzeitjobs kommen. das war einmal, viele meiner altersgenossen haben mehrere nebenjobs, die sich zu einer 40-60-Stundenwoche summieren. manche davon firmieren als „einpersonenunternehmen“ (epu), das ist die juristische norm mit der diverse einschlägige verträge, die früher als illegal galten, da sie für „scheinselbstständigkeit“ standen, legalisiert wurden. wir reden also von den tagelöhner_innen des 21. jahrhunderts, und die zahlen klettern jeden tag wieder weiter in die höhe: über 225.000 epus gibt es in österreich schon. die, die – da lohnkosten ein abzug vom gewinn des unternehmens sind – gekündigt werden, ebenso die, die erst gar nie einen job erhalten – weil man nur einstellt, wenn es sich garantiert rentiert –, werden epus. epus sind praktisch: es fallen keine kündigungszeiten an. keine urlaubszeiten und -kosten. kein krankenstand. kurzum: keine „lohnnebenkosten“ …

wie auch immer. ich selber bin kein epu, und man könnte zynisch den falschen schluss ziehen und sagen, ich bin damit gut dran. denn ich habe anspruch auf krankgeld, urlaub usw. aber ich bin nicht gut dran, sondern meine freund_innen sind noch um eines schlechter dran als ich. daraus wird eigentlich kein „ich bin gut dran“. bei vielen im kopf schon: sehen sie noch ärgeres elend, denken sie sich: „da bin ich ja richtig gut dran dagegen!“ über den vergleich mit noch schlimmeren wird das eigene elend schöngepinselt. man sollte das nicht machen, lieber sollte man sich mal anschauen, wie es einem im eigenen elend so geht.

  1. das ist nicht zuletzt bizarr, da das wochenende sich nicht sonderlich abhebt von der woche. trotzdem: ein weniger stressig ist es. [zurück]

heimat

habe früher in der xxx gewohnt und bin oft zum kebab beim xxx am xxx gegangen, kenne daher die betreiberin. war aufgrund meiner wohnortwechsel heute zum ersten mal seit 4 jahren dort.
man kann da nimmer rein – sie bedient nur mehr durch ein fenster, die türe ist vergittert und der ehemalige gästeraum daher unbetrettbar. ich habe gefragt, wieso. dachte, sie renoviert vllt. aber sie sagte: weil es oft probleme gibt. ich fragte: betrunkene? sie sagte nichts. dann fragte ich: rassisten? und sie nickte. mehr wollte sie nicht sagen. (aber bei gelegenheit sollte man mal nachfragen, denke ich.)

mitten in der salzburger altstadt – 100 meter weiter, über dem fluss, sind immer bullen, um die touristische idylle zu schützen – muss eine frau, nur weil sie „türkischer herkunft“ ist, sich mithilfe vergitterter türen vor rassistischer gewalt schützen (es geht nicht um beschimpfungen, die nahm sie – gezwungenermaßen – früher schon „locker“, und das gilt auch noch heute). und keiner schaut hin oder fragt nach.

den kebab mögen die salzburger, aber nicht die frau, die diesen serviert.