Archiv für März 2011

zwischendurch …

… tut ne pause gut. aber vielleicht sieht man sich ja irgendwann wieder. zum beispiel bei einem recht frischen projekt.

meinetwegen

anführungszeichen bei „stalinversteher“ streichen, oder was? na, meinetwegen.

Ad „Wegwerfarbeiter“

Im verlinkten Telepolis-Artikel findet sich der Begriff „Wegwerfarbeiter“, wobei das bezogen ist auf Obdachlose und andere doppelt und dreifach gebeutelte Lohnabhängige, die man – nachdem sie ihren Dienst am Kapital verrichtet haben – wieder kündigt. Impliziert ist damit, dass die anderen Arbeiter keine „Wegwerfarbeiter“ seien. Das ist selbstverständlich falsch. Alle Arbeiter sind „Wegwerfarbeiter“. Nur deshalb gibt es überhaupt Arbeitslosenversicherung, Pensionsversicherung und als Spezialabteilung der Pension auch die Invaliditätspension – das Weggeworfen werden gehört schlicht zum ganz gewöhnlichen Arbeiterleben dazu.
Ist man – als Arbeiter – nicht in der einen oder anderen Art und Weise nützlich fürs Unternehmen, gibt es keinen Arbeitsplatz. Nützlich sein fürs Unternehmen heißt in der Regel: man ist brauchbar für die Mehrung des Profits des Unternehmens. Manchmal heißt es auch: man ist nützlich für die Beseitigung von Atommüll und Co – damit später das Gewinnemachen weitergehen kann.
Wenn man nicht nützlich ist bzw. es nicht mehr ist (weil man etwa beim nützlich sein so viele Schäden abgekriegt hat), ist man als Lohnabhängiger am Arsch. Denn man kriegt dann nicht mal mehr nen mickrigen Lohn. Und ohne Geld nix los in der Marktwirtschaft. Man kommt nicht mal mehr an das Notwendigste ran, weil das Geld fehlt – Stichwort Obdachlose, im Extremfall. Aber auch wenn man (noch oder wieder) nützlich ist, ist man schlecht bedient, denn Lohnkosten sind immer ein Abzug vom Gewinn des Unternehmens, die es möglichst niedrig zu halten gilt; des weiteren wird man – wenn auch nicht immer so brutal wie die japanischen Helden – verheizt zum Zwecke des Profitmachens. Wie gesagt: die Invaliditätspension kommt nicht von irgendwoher. Und last but not least droht immer die Kündigung.

Man könnte also eigentlich auch sagen: Am Beginn sind alle Arbeiter „obdachlos“ und erst wenn man sich nützlich fürs Profitmachen macht, ist man es kurzfristig nicht, denn da kriegt man ein bisschen Lohn, von dem man sich ein Obdach leisten kann1. Aber immer nur kurzfristig: so ein Lohn ist ja sehr beschränkt, im nächsten Monat sollte man schon immer noch nützlich sein, sonst droht bald wieder die Obdachlosigkeit.

Jetzt ist eigentlich nur noch die Frage, ob man es denn in der Hand hat, nützlich zu sein fürs Profite machen. Und die ernüchternde Antwort lautet: Nein. Man kann sich noch so anstrengen, vielleicht gibt es einen, der noch mehr kann – Pech, das ist Konkurrenz. Oder aber man ist der Beste auf seinem Gebiete, aber die Investoren entscheiden, jetzt in eine andere Branche zu gehen – auch Pech, dann sind die Fähigkeiten und Kenntnisse nichts mehr wert, weil nicht mehr fürs Profitmachen nützlich. Und schon wieder Weggeworfen. Es gibt noch zig andere Beispiele, zB man hat nen Job, ist saugut und die Firma macht deswegen ordentlich Profit – und deshalb kann sich die Firma nun ne weitere Automatisierung leisten (oder ne Standortverlagerung etc) – und schon wieder ist alles vorbei …

Lange Rede, kurzer Sinn: als Löhner ist man immer Wegwerfarbeiter, und das ist alles andere als „gemütlich“.

  1. Auch nicht immer: Es gibt nicht nur in sog. Entwicklungsländern immer mehr Löhner, die sich kein Obdach leisten können. Mietzuschüsse und Co reden ne deutliche Sprache. [zurück]

Verheizen

Für gefährliche Arbeiten würden von Tepco gerne Obdachlose, Gastarbeiter, Arbeitslose und sogar Minderjährige ausgebeutet werden. Sie würden als „Wegwerfarbeiter“ bezeichnet, weil sie, wenn sie zu stark radioaktiv belastet sind, entlassen würden. Hetkämper habe mit einem Arzt gesprochen, der dies bestätigt habe. Diese „grausame Geschichte“ passiere nicht nur jetzt, sondern schon seit Jahrzehnten.

Heimat?

Heimat?